Faktencheck: Am Himgesberg
Die Befürworter einer Bebauung versuchen zu behaupten, dass die Wiesen südlich des Zeppenheimer Weges als Bauland bestimmt und ökologisch wertlos seien. Der Faktencheck greift auf amtliche Veröffentlichungen zurück.
1. Nähe zum Landschaftsschutzgebiet
Die Wiesen sind Teil des Landschaftsplans.
2. Bedrohtes Biotop
Die Planung bedroht ein wichtiges Biotop.
3. Klimarelevant
Die Wiesen und Seen sind klimabedeutsam.
4. Kein Bauland
Die Wiesen sind nicht zur Bebauung vorgesehen.
Die Wiesen sind Teil des Landschaftsplans
Der Landschaftsplan dient dem Schutz und der Pflege von Natur und Landschaft für Flächen außerhalb bebauter Ortsteile. Die Wiesen südlich des Zeppenheimer Weges sind Teil des Landschaftsplans Teilraum A „Düsseldorfer Norden".
Entwicklungsziel: „Erhaltung einer mit naturnahen Lebensräumen oder sonstigen natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig ausgestatteten Landschaft. Insbesondere der Bestand an Fließ- und Stillgewässern, Wäldern, Gehölzen, Hecken, Alleen, Einzelbäumen, Quellen und sonstigen Biotopen sind zu erhalten."
Zeppenheimer Kiesseen: Die rekultivierten Bereiche sollen erhalten bleiben. Sie eignen sich für extensive Erholung. Der ehemalige Schwemmteich hat besondere Bedeutung für den Artenschutz.
Die Planung bedroht ein wichtiges Biotop
Die ehemaligen Baggerseen sind ein Biotop von landesweiter Bedeutung, registriert im offiziellen Biotopkataster des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW (LANUV) unter Nr. BK-4706012.
Das Biotop-Kataster warnt vor Gefährdungen durch Freizeitaktivitäten (Sport, Erholung) und empfiehlt deren Beschränkung — besonders zum Schutz der Steilwände am Wasser.
Konflikt: Die intensive Nutzung der Seen als Parkgelände eines neuen Baugebietes widerspricht den Maßnahmenvorschlägen des Landesamtes und den Vorgaben des Landschaftsplans, die extensive statt intensive Nutzung empfehlen.
Die ökologisch sensiblen Uferbereiche müssen bereits heute durch Einzäunung vor Betreten und Baden geschützt werden. Nach Fachmeinung sind negative Auswirkungen durch menschliche Nutzungen im Umkreis von 500–1.000 m relevant — die geplante Bebauung liegt genau in diesem sensiblen Bereich.
Die Wiesen und Seen sind klimabedeutsam
Kühlfunktion: Die vom Osten kommenden Winde sind für die Belüftung und Kühlung Kaiserswerths bedeutsam. Die drei Seen und die nördlich anschließenden Wiesen tragen zur Abkühlung bei. Eine Bebauung würde diese Kühlungsfunktion zerstören.
Planungshinweiskarte Nacht: „Für die gegenwärtige Siedlungsstruktur besonders wichtige klimaökologische Ausgleichsräume mit einer sehr hohen Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung. Bauliche Eingriffe sollten gänzlich vermieden werden."
Die Wiesen sind nicht zur Bebauung vorgesehen
Die Kaiserswerther Diakonie strebt die Bebauung von zwei Flächentypen an:
- Orangene Flächen sind im Flächennutzungsplan als mögliche Bauflächen vorgesehen — erfordern einen Bebauungsplan mit Berücksichtigung von Verkehr, Schulplätzen, Kindergärten, Klima, Ökologie, Kanalnetz, Lärm und Luftbelastung.
- Kleingartenanlage-Flächen — aktuell nicht als Bauland vorgesehen, kein Baurecht vorhanden. Die Diakonie möchte durch einen städtebaulichen Wettbewerb einen Bebauungsvorschlag „platzieren", um Politik und Verwaltung zur Umplanung von Grünflächen zu Bauland zu bewegen.
Was Sie tun können
Lesen Sie unsere Forderungen, unsere Alternativvorschläge — oder werden Sie aktiv.