Projekt 2 · Kaiserswerther Diakonie

Faktencheck: Am Himgesberg

Die Befürworter einer Bebauung versuchen zu behaupten, dass die Wiesen südlich des Zeppenheimer Weges als Bauland bestimmt und ökologisch wertlos seien. Der Faktencheck greift auf amtliche Veröffentlichungen zurück.

Plakat „Biotop statt Beton“ — Gegenüberstellung der heutigen Wiesen am Himgesberg mit der geplanten dichten Bebauung laut Vorentwurf der Landeshauptstadt Düsseldorf
Biotop statt Beton — Naturdenkmal am Himgesberg: Die Visualisierung zeigt links den heutigen Zustand der Freiflächen und rechts die geplante großflächige Versiegelung laut Vorentwurf der Stadt Düsseldorf. Versiegelung zerstört Grünflächen, bedroht Tier- und Pflanzenarten, verschlechtert die Luft, erhöht das Hochwasserrisiko und belastet das Stadtklima.

1. Nähe zum Landschaftsschutzgebiet

Die Wiesen sind Teil des Landschaftsplans.

2. Bedrohtes Biotop

Die Planung bedroht ein wichtiges Biotop.

3. Klimarelevant

Die Wiesen und Seen sind klimabedeutsam.

4. Kein Bauland

Die Wiesen sind nicht zur Bebauung vorgesehen.

Die Wiesen sind Teil des Landschaftsplans

Der Landschaftsplan dient dem Schutz und der Pflege von Natur und Landschaft für Flächen außerhalb bebauter Ortsteile. Die Wiesen südlich des Zeppenheimer Weges sind Teil des Landschaftsplans Teilraum A „Düsseldorfer Norden".

Entwicklungsziel: „Erhaltung einer mit naturnahen Lebensräumen oder sonstigen natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig ausgestatteten Landschaft. Insbesondere der Bestand an Fließ- und Stillgewässern, Wäldern, Gehölzen, Hecken, Alleen, Einzelbäumen, Quellen und sonstigen Biotopen sind zu erhalten."

Zeppenheimer Kiesseen: Die rekultivierten Bereiche sollen erhalten bleiben. Sie eignen sich für extensive Erholung. Der ehemalige Schwemmteich hat besondere Bedeutung für den Artenschutz.

Karte des Landschaftsplans mit den Wiesen südlich des Zeppenheimer Weges

Die Planung bedroht ein wichtiges Biotop

Die ehemaligen Baggerseen sind ein Biotop von landesweiter Bedeutung, registriert im offiziellen Biotopkataster des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW (LANUV) unter Nr. BK-4706012.

Das Biotop-Kataster warnt vor Gefährdungen durch Freizeitaktivitäten (Sport, Erholung) und empfiehlt deren Beschränkung — besonders zum Schutz der Steilwände am Wasser.

Konflikt: Die intensive Nutzung der Seen als Parkgelände eines neuen Baugebietes widerspricht den Maßnahmenvorschlägen des Landesamtes und den Vorgaben des Landschaftsplans, die extensive statt intensive Nutzung empfehlen.

Die ökologisch sensiblen Uferbereiche müssen bereits heute durch Einzäunung vor Betreten und Baden geschützt werden. Nach Fachmeinung sind negative Auswirkungen durch menschliche Nutzungen im Umkreis von 500–1.000 m relevant — die geplante Bebauung liegt genau in diesem sensiblen Bereich.

Lageplan zum Biotop im LANUV-Kataster

Die Wiesen und Seen sind klimabedeutsam

Kühlfunktion: Die vom Osten kommenden Winde sind für die Belüftung und Kühlung Kaiserswerths bedeutsam. Die drei Seen und die nördlich anschließenden Wiesen tragen zur Abkühlung bei. Eine Bebauung würde diese Kühlungsfunktion zerstören.

Planungshinweiskarte Tagsituation – hohe bioklimatische Bedeutung
Tagsituation: „hohe bioklimatische Bedeutung" (Wertigkeitsstufe 4/5)
Planungshinweiskarte Nachtsituation – Kaltluftentstehungsgebiet
Nachtsituation: „Kaltluftentstehungsgebiet"
Planungshinweiskarte Nacht: „Für die gegenwärtige Siedlungsstruktur besonders wichtige klimaökologische Ausgleichsräume mit einer sehr hohen Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung. Bauliche Eingriffe sollten gänzlich vermieden werden."

Die Wiesen sind nicht zur Bebauung vorgesehen

Die Kaiserswerther Diakonie strebt die Bebauung von zwei Flächentypen an:

  1. Orangene Flächen sind im Flächennutzungsplan als mögliche Bauflächen vorgesehen — erfordern einen Bebauungsplan mit Berücksichtigung von Verkehr, Schulplätzen, Kindergärten, Klima, Ökologie, Kanalnetz, Lärm und Luftbelastung.
  2. Kleingartenanlage-Flächen — aktuell nicht als Bauland vorgesehen, kein Baurecht vorhanden. Die Diakonie möchte durch einen städtebaulichen Wettbewerb einen Bebauungsvorschlag „platzieren", um Politik und Verwaltung zur Umplanung von Grünflächen zu Bauland zu bewegen.
Übersicht der Flächen mit Kennzeichnung von orangenen und Kleingartenanlage-Bereichen

Was Sie tun können

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